Am 12. Januar 1976 verstarb die Königin der Kriminalromane. Ihre Kreativität, ihre Phantasie und ihr unnachahmlicher Stil haben uns spannende und unterhaltsame Stunden beschert und so manches Schmunzeln auf unsere Lippen gezaubert. Anlässlich ihres 50. Todestags morgen wollen wir als kleine Hommage auf ihr Leben zurückblicken.
Schon in der Kindheit vom Schreiben fasziniert
Am 15. September 1890 in Torquay, Devon, als jüngstes von drei Geschwistern geboren, wuchs Agatha Mary Clarissa Miller umsorgt von ihrer englischen Mutter Clarissa und ihrem amerikanischen Vater Frederick auf. Beide unterrichteten sie zuhause. Der Tod ihres Vaters 1901 warf einen schweren Schatten auf ihre Kindheit. Ihre Mutter ermutigte sie in ihrer Liebe für den Gesang, für das Klavierspiel und das Schreiben. Dass Agatha die erträumte musikalische Laufbahn – mangels Talents, wie man allenthalben liest – nicht einschlug, dafür sind wir wohl alle dankbar. Ebenso wie dafür, dass eine lokale Zeitschrift ein Gedicht der erst elfjährigen Agatha veröffentlichte.
Die Liebe fürs Schreiben pflegte sie weiter und fand im Ersten Weltkrieg zu ihrer Berufung: Sie schrieb ihren ersten Kriminalroman. Als Krankenschwester für das Rote Kreuz konnte sie sich medizinisches Wissen und vor allem Kenntnisse über Medikamente und Gifte aneignen. So war denn auch der erste Mord, den ihr Meisterdetektiv Hercule Poirot löste, ein Giftmord. Den schrieb sie als sehr korrekten, ordnungsliebenden und sehr eigenen Belgier liebevoll in die Herzen ihrer Leserschaft, die er im Sturm eroberte.
Eine schwere private Zeit
Ihrer Ehe mit dem Flieger Archibald Christie, den sie 1914 geheiratet hatte, war weniger Glück beschieden als ihrer schriftstellerischen Tätigkeit: Auch wenn sich das Paar 1919 über die Geburt der Tochter Rosalind freute, so verbrachte verbrachte das Paar aufgrund der häufigen Abwesenheit des Offiziers wenig gemeinsame Zeit. Er verliebte sich in eine andere, 1928 wurde die Ehe geschieden.
Auch der Tod ihrer Mutter 1926 nahm Agatha sehr mit. Es war eine schwere Zeit für Agatha, in die auch ihr Verschwinden im Dezember 1926 fiel: Elf Tage lang fehlte von ihr jede Spur (über diesen Link sind in einem Blogbeitrag Einzelheiten dazu nachzulesen).
Miss Marple gesellt sich zu Hercule Poirot
Es war ein mysteriöser Fall, der nie gelöst wurde, ganz im Gegenteil zu den Fällen in Agatha Christies 66 Kriminalromanen, mehr als 150 Kurzgeschichten, etwa 30 Theaterstücken und weiteren Werken. Möglichst sauber und gepflegt brachte sie ihre erdachten Opfer um, selten floss Blut. Meist bedienen sich ihre Mörder Gifte wie Arsen, Blausäure oder Strychnin.
Als Agatha Christie nach ihrer Scheidung Abwechslung und Erholung auf Reisen in den Nahen Osten sammelte, wurden die Weichen sowohl für ihr Privatleben als auch für ihren weiteren schriftstellerischen Weg: Sie erdachte Miss Marple, eine schrullige, altjüngferliche und ungemein liebenswerte alte Lady mit einem Faible für Kriminalfälle. Ihren ersten löste sie im 1930 erschienen Kriminalroman „Mord im Pfarrhaus“.
Im selben Jahr heiratete Agatha Christie den Archäologen Max Mallowan, den sie auf einer Reise kennengelernt hatte und den sie 18 Jahre lang auf seinen Reisen zu Ausgrabungsstätten begleitete. Dabei konnte sie einen reichen Fundus an Eindrücken und Wissen sammeln, die die sie in ihren Krimis verarbeitete.
Dame Agatha Christie
Keine andere Schriftstellerin erlangte größeren internationalen Ruhm als sie. In über einhundert Sprachen wurden ihre Werke übersetzt, die über zwei Milliarden Mal verkauft wurden. Nur die Bibel und Shakespeare seien weiter verbreitet, ist es oft zu lesen.
1956 wurden Agatha Christies Verdienste mit der Auszeichnung CBE „Commander of the British Empire“ gewürdigt, 1961 mit der Ehrendoktorwürde der Universität Exeter. 1971 erhielt die Königin der Krimis von Queen Elisabeth II . den Ritterschlag zur „Dame“, die weibliche Entsprechung zum „Sir“. Als sie 1972 als Wachsfigur bei Madame Tussaud verewigt wurde, war das noch einmal ein Ritterschlag der besonderen Art.
Queen of Crime bis zuletzt
Bis ins hohe Alter ließ sich Agatha Christie die Schriftstellerei nicht nehmen, zuletzt schrieb sie „Alter schützt vor Torheit nicht“ (Postern of Fate), einen Kriminalfall mit ihrem nicht ganz so bekannten Ermittlerduo Tommy und Tuppence Beresford. Das Buch erschien erst nach ihrem Tod, wie auch der letzte Roman mit Miss Marple, „Ruhe unsanft“ (Sleeping Murder) und ihre Autobiographie.
Am 12. Januar 1976 erlag Agatha Christie im Alter von 85 Jahren in ihrem Heim Winterbrook House in Wallingford, Oxfordshire einem Schlaganfall. Sie wurde auf dem Friedhof St. Mary’s in Cholsey bestattet.
Viele Informationen über Agatha Christies Leben, ihre Werke und Verfilmungen lassen sich auf der offiziellen Agatha-Christie-Homepage finden: www.agathachristie.com


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