Telefon

Unseren Service erreichen Sie
Montag bis Freitag
von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr unter
(0848) 22 82 22

Eine schöne englische Landschaft
BLOG
Die feine englische Art

„1984“: Als Big Brother noch bedrohlich war

„1984“: Als Big Brother noch bedrohlich war

George Orwell, 1984, "Big brother is watching you."

Zu „Big Brother“ fällt vielen Leuten heute nur eine drittklassige TV-Sendung ein, bei der sich Menschen vor der Kamera blamieren. Der Begriff wurde aber aus dem Roman „1984“ übernommen, den George Orwell im Juni 1949 – also vor 65 Jahren – veröffentlichte. Damals war 1984 noch in weiter Ferne, trotzdem ist das Buch nicht nur ein Zukunftsroman, sondern auch eine Aufarbeitung der Schrecken des 20. Jahrhunderts. Und dazu richtig spannend und gut geschrieben, ein Klassiker der Weltliteratur.

George Orwell, der kurz nach Erscheinen seines Hauptwerks starb, ist einer der bedeutendsten englischen Schriftsteller. Geboren wurde er allerdings in der damaligen britischen Kolonie Indien (und zwar als Eric Arthur Blair, Orwell ist ein Künstlername). In seinen Werken – vor allem „Farm der Tiere“ und eben „1984“ – spiegelt sich auch die Enttäuschung des einst überzeugten Sozialisten mit der Realität in der totalitär regierten Sowjetunion. Die Hauptfigur Winston Smith lebt in einem Überwachungsstaat, mit Kameras in sämtlichen Privaträumen, einer eigenen Propagandasprache („Neusprech“) und einem „Großen Bruder“ als Staatschef, der jedoch niemals in Erscheinung tritt und vermutlich auch nicht existiert. Jede Abweichung von der Norm wird auf schreckliche Weise verfolgt, was Smith dann leider am eigenen Leib erfahren muss: Eine Gehirnwäsche löscht seine Persönlichkeit und seinen Willen komplett aus. Der Buchtitel ist übrigens (auch) ein Zahlendreher, denn es wurde 1948 geschrieben. Orwell, der ein äußerst abenteuerliches Leben führte, eine Zeitlang obdachlos war, im Spanischen Bürgerkrieg kämpfte und im Zweiten Weltkrieg Spezialist für Propaganda war, starb mit nur 46 Jahren an Tuberkulose.

Schreiben Sie uns einen Leserbrief

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Redaktion sich die Entscheidung vorbehält, ob und wann Ihr Leserbrief an dieser Stelle veröffentlicht wird.

Ihre E-Mail Adresse, den Vornamen und Ihren Namen benötigen wir zur Direktkommunikation zu Ihrer Veröffentlichung, etwa um Missbrauch und Fälle von Rechtsverletzungen unterbinden zu können. Ihre Daten werden ausschließlich in Zusammenhang mit dieser Kommentarfunktion genutzt und zu diesem Zweck in elektronischer Form gespeichert. Eine Weitergabe Ihrer Daten oder Teile davon erfolgt ausdrücklich nicht. Die entsprechende Datennutzung akzeptieren Sie mit dem Ausfüllen und Absenden dieses Formulars. Weitere Informationen zum Schutz Ihrer persönlichen Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Bitte füllen Sie das Formular aus (alle Felder müssen ausgefüllt sein).

Leserbriefe (0)

Keine Leserbriefe gefunden!

Neuen Leserbrief schreiben

Mehr aus der Rubrik "Kultur-Kompass"

Liebe als literarisches Thema

Kultur-Kompass | von Judith Heede

Woher der Valentinstag eigentlich kommt, ist bis heute nicht ganz eindeutig. Dass er in seiner heutigen Form stark von den USA geprägt ist, daran…

Weiterlesen
Happy Birthday, Rick Astley!

Kultur-Kompass | von Stephan Mark Stirnimann

Vom 80er-Jahre-Star zum Künstler der Gegenwart

Genau vor 60 Jahren kam einer der populärsten Sänger der 80er-Jahre auf die Welt, nämlich Richard…

Weiterlesen
Black Cab: Barrierefrei, sicher und elektrisch durch London

Kultur-Kompass | von Stephan Mark Stirnimann

Londoner Taxis sind sicherlich eines der bekanntesten und kultigsten Fahrzeuge der Welt. Dafür sorgen nicht nur die Chauffeure, die für den begehrten…

Weiterlesen
Zwischen Krone und Gefühl: Die Autorin Elisa Jakob über Queen Victoria

Kultur-Kompass | von Julia Stüber

In diesem Interview erzählt Elisa Jakob, wie aus einem Abendspaziergang in Coburg die Idee zu ihrer Romanbiografie über Queen Victoria entstand – und…

Weiterlesen