Die britische Esskultur polarisiert! Von den einen geliebt und den anderen gehasst, bietet sie jedoch ein weitaus größeres Spektrum als von vielen vermutet. Und das liegt nicht allein an den modernen Fusionsküchen der großen Städte, sondern vor allem auch an den traditionellen Schätzen, die sich über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte durchgesetzt haben. Die britische Küche ist definitiv besser als ihr Ruf: Sie ist vielseitig, nachhaltig und zeigt vor allem in ihren traditionellen Gerichten, wie kreativ Resteverwertung sein kann.
A – Apple Crumble
Die warme Nachspeise mit fruchtig-saftigem Kern ist ein Evergreen der britischen Desserts. Die Zubereitung ist simpel und man trifft damit so ziemlich jeden Geschmack, oder kennen Sie vielleicht jemanden, dem Apple Crumble nicht schmeckt? Einfach Äpfel schälen, in Stücke schneiden und sie dann mit Zucker und etwas Wasser in einem Topf weichkochen. Anschließend in einer feuerfesten Form im Backofen mit Streuseln überbacken. Allein der Duft ist schon ein Erlebnis.
B – Buns
Übersetzt heißen sie schlichtweg Brötchen, aber das wäre zu einfach. Denn Buns gibt es in verschiedenen Varianten. Hot Cross Buns mit Rosinen und Gewürzen werden traditionell an Ostern gegessen und dem Anlass entsprechend mit einem Kreuz verziert. Aus Bath hingegen kommen die Sally Lunn Buns (groß und luftig) und die Bath Buns (mit Rosinen und Zuckerkruste). Chelsea Buns wiederum beinhalten Früchte und Zimt und werden als eine Art Schnecken in einer Form gebacken. Entscheiden Sie selbst, welche Ihnen am besten schmecken.
C – Cornish Pasties
Kleine Pasteten aus Mürbeteig, die mit Rindfleisch, Kartoffeln, Zwiebeln, Kräutern und Gewürzen gefüllt werden. Sie lassen sich auch hervorragend kalt essen und eignen sich daher sowohl für ein Picknick als auch für ein Buffet, für ein Lunchpaket am Arbeitsplatz oder für die Pause in der Schule.
D – Devilled Kidneys
Viktorianisches Frühstücksgericht, das aus Lammnieren besteht und in einer würzigen Sauce gekocht wird. Gegessen wird es warm, heutzutage allerdings eher am Abend.
E – Erbsenpudding (Pease Pudding)
Passt gut zu Rindfleisch oder Schinken. Der Pudding besteht aus eingeweichten Erbsen, Zwiebeln, Rosmarin, verquirltem Ei und Gewürzen, je nach Region wird auch hin und wieder Speck verwendet. Obwohl es sich um eine klassische Beilage handelt, essen viele den Erbsenpudding auch in Scheiben geschnitten auf Toast in Kombination mit frischer Minze.
F – Fish and Chips
Diese Antwort wird vermutlich als erste fallen, wenn man in einer Runde nach einem typisch britischen Gericht fragt, gilt es doch als inoffizielles Nationalgericht. Traditionell wird dafür Kabeljau verwendet, den man in Backteig frittiert zusammen mit dick geschnittenen Kartoffelstäbchen isst. Fish and Chips ist im gesamten Vereinigten Königreich gleichermaßen beliebt.
G – Gingerbread
Lebkuchen, der meist etwas weicher und auch weniger süß ist als der Lebkuchen, den wir aus Deutschland kennen. Gewürzt wird mit Ingwer, Nelken, Muskatnuss und Zimt.
H – Haslet
Eine Fleischpastete aus Schweinebauch, Schweineleber, altbackenem Brot, Kräutern und Gewürzen, die kalt aufgeschnitten als Sandwichbelag oder auch zu Essiggurken und Salat gegessen wird. Das Gericht stammt aus der Grafschaft Lincolnshire.
I – Irish Stew
Schmorgericht aus Lamm, Kartoffeln, Zwiebeln und Möhren, das aus Irland rübergeschwappt und inzwischen fast in jedem englischen Pub zu finden ist.
J – Jellied Eels
Gelee-Aale in Chili-Essig. Die Vorstellung mag befremdlich sein, aber tatsächlich handelt es sich um einen englischen Klassiker. Der Ursprung des Gerichts ist im Londoner East End zu finden und galt bereits im 18. Jahrhundert als Arbeiteressen.
K – Kipper
Kalt geräucherter Hering, der halbiert ganz klassisch mit Butter und Zitrone zum Frühstück gegessen wird.
L – Lardy Cake
Gewürzkuchen aus Brotteig, der auch scrap cake (Fetzenkuchen/ Stückekuchen) genannt wird, weil der Teig mehrmals ausgerollt und gefaltet wird und dadurch Schichten bildet. Wichtig: Unbedingt Schweineschmalz verwenden, um den Teig damit zu bestreichen. Es heißt, kein anderes Fett habe denselben Effekt.
M – Mince Pie
Kleine Mürbeteigtörtchen mit Trockenfrüchten und Gewürzen, die besonders in der Weihnachtszeit gegessen werden.
N – Neeps and Tatties
Steckrüben und Kartoffelstampf – wird gerne als Beilage zu Fleischgerichten gereicht.
O – Oxtail Soup
Ochsenschwanzsuppe ist ein Klassiker der viktorianischen Küche. Tipp: Nehmen Sie den oberen Teil des Schwanzes. Er enthält mehr Fleisch, wodurch die Suppe einen noch kräftigeren Geschmack bekommt.
P – Pie / Pastete
Sie kommt meist mit Fleisch (häufig Lamm) oder Fisch und einer dicken Kruste aus Teig daher und ist fester Bestandteil eines jeden Picknick-Korbs.
Q – Quaking Pudding
Klassischer Milchpudding, der „zittert“ und sich über viele Jahrzehnte weiterentwickelt hat. So wird er inzwischen häufig beispielsweise mit Muskat und Zimt verfeinert. Geschmacklich ähnelt der Pudding einer italienischen Panna Cotta.
R – Roast Beef
Der Sonntagsklassiker schlechthin! Roast Beef wird mit Yorkshire Pudding und gerösteten Kartoffeln gegessen. Es soll tatsächlich Engländerinnen und Engländer geben, die behaupten, ein Sonntag ohne Roast Beef sei kein Sonntag.
S – Scones
Nicht wegzudenken, wenn es um Teatime geht. Ob mit Rosinen oder ohne – mit Clotted Cream und Marmelade sind Scones in jeder Variante ein absoluter Traum und unverzichtbar, wenn man einen Urlaub auf der Insel verbringt.
T – Toad in the Hole
Würstchen in Teig gebacken. Früher wurden Fleischreste anstatt Würstchen für dieses Gericht verwendet, weshalb es auch heute noch als Spargericht bezeichnet wird.
U – Uckfield Sausage
Regionale Wurstspezialität aus Sussex.
V – Victoria Sponge
Tea Cake aus Biskuit, der in der Mitte aufgeschnitten mit einer Schicht aus Marmelade und Sahne serviert wird. Seinen Namen hat er von keiner geringeren als Queen Victoria, die diesen Kuchen gerne zum Afternoon Tea verspeist haben soll.
W – Welsh Rarebit
Käse-Sauce auf geröstetem oder gegrilltem Toast. Der geschmolzene Käse wird auch gerne mit Kräckern gegessen. Gewürze und Kräuter runden dieses einfache, aber schmackhafte Gericht ab.
X – Xmas Pudding
Klassischer Weihnachtspudding aus Früchten und Nüssen. Traditionell kommt er am ersten Weihnachtsfeiertag auf den Tisch.
Y – Yorkshire Pudding
Beilage zu Fleischgerichten. Der Pudding besteht aus Mehl, Milch, Eiern und Salz.
Z – Zesty Lemon Drizzle Cake
Zitronenkuchen mit Zuckerguss
Wir wünschen Ihnen beim Testen all dieser Klassiker einen guten Appetit!


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