Schon als wir Kinder waren, übten verbotene Dinge eine gewisse Faszination auf uns aus. Die verschnörkelten Möbel hinter dem Absperrband bei einer Schlossbesichtigung – zu gerne hätten wir sie berührt, einfach um zu sehen, was dann passiert. Und die berühmten Kirschen in Nachbars Garten, die zu pflücken einer Todsünde gleichkam, tja, die waren eben einfach roter und süßer als die eigenen. Vielleicht liegt es an dem Namen dieses besonderen Ortes in Yorkshire, dass The Forbidden Corner eine fast kindliche Aufgeregtheit in uns weckt. Eher wahrscheinlich ist jedoch, dass diese Empfindung mit der Vorfreude auf eine verwunschene, mystische, spannende, überraschende und teilweise auch schaurige Welt zu tun hat, die man mit dem Lösen der Eintrittskarte betritt. Doch worum handelt es sich bei The Forbidden Corner eigentlich ganz konkret? Als „The Strangest Place in the World“ wird der vier Hektar große Park im Prospekt angekündigt, der die Besuchenden durch das Gelände navigiert.
Was einst als privates Wäldchen begann …
The Forbidden Corner ist Teil des Tupgill Parks. Ursprünglich sollten hier ein paar Bäume als Windschutz für die Stallungen gepflanzt werden, was dann auch im Jahr 1979 umgesetzt wurde. Zehn Jahre später hatten Colin Armstrong und Malcolm Tempest die Idee, einen kleinen Aussichtsturm zu bauen. Zuerst musste aber eine zusätzliche Mauer als Schutz her, denn man wollte einen Garten anlegen. Und da der Ideenreichtum der beiden Herren recht groß war, sollte es dann auch noch eine Grotte geben. Ein 7,6 Meter tiefes Loch wurde gegraben, doch man hatte die Rechnung ohne die heftigen Regenfälle gemacht, die das Loch schon bald fluteten. Ein Kanal musste gebaut werden, damit das Wasser wieder ablaufen konnte. Die Aktion gestaltete sich aufgrund von unterirdischen Quellen und noch mehr Regen sehr schwierig und musste unterbrochen werden. 1991 konnte es dann aber weiter gehen und nahm in den folgenden beiden Jahren Formen an. Das Interesse der ganzen Welt war groß, ein Labyrinth wurde angelegt und eine Pyramide aus Gussglas geplant.
Am 23. Juli 1994 wurde das Gelände für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seitdem sind stetig weitere Attraktionen hinzugekommen.
Ein Turm mit Gesicht
Schon der Eingangsbereich ist spektakulär, denn man wird zunächst von riesigen bepflanzten „Welcome“-Buchstaben begrüßt, über denen ein Drache thront. Gleich hinter dem ersten Torbogen erwartet die Besuchenden ein Turm mit einem Gesicht, den man durch dessen Mund betritt. Hier befindet sich der eigentliche Eingang von The Forbidden Corner. Im Inneren des Turm-Mundes erinnert optisch alles ganz authentisch an eine echte Mundhöhle. Sogar an Zähne und das Zäpfchen am hinteren Ende des Gaumens wurde gedacht. Und ja, auch die Geräusche hier sind originalgetreu, denn der Turm rülpst.
So viel zu entdecken
Der Park ist nicht klassisch in verschiedene Bereiche unterteilt. Vielmehr wird der oder die Besuchende über verschlungene Pfade, die einem Labyrinth nachempfunden sind, an immer wieder neue spannende Orte geführt. So trifft man beispielsweise auf eine Art Mausoleum, dessen schaurige Türklinke in Form eines Totenkopfes schon einiges erahnen lässt. Flackerndes Kerzenlicht und unheimliche Geräusche machen die Atmosphäre perfekt. Überall befinden sich Figuren aus Stein, Holz, oder anderen Naturmaterialien. Aber Vorsicht, vor einer Figur könnte man nass gespritzt werden, wenn man nicht aufpasst. Von einer anderen sieht man nur die Füße, da sie den Anschein erwecken soll, sie sei eingemauert worden. Gänge, Tunnel, ein unterirdischer Brunnen, Tore und ein Turm, der zu einer Art kleinen Festung gehört, gibt es zu entdecken. Teilweise ist man gut beraten, wenn man sich duckt und den Bauch einzieht, denn Türen können klein und Gänge schmal sein. Hat man es jedoch bis auf den Aussichtsturm geschafft, wird man mit einer schönen Aussicht über das Gelände und Yorkshire belohnt. Je nach Jahreszeit wachsen hier überall ganz wundervolle Blumen und Pflanzen und Gartenliebhaberinnen und Gartenliebhabern dürfte das Herz aufgehen. Oberirdisch, unterirdisch – überall passieren die unglaublichsten Dinge für alle Sinne. Wer allerdings etwas ganz Besonderes erleben möchte, der sollte zu einer der speziellen Veranstaltungen kommen.
Veranstaltungen
Zu Ostern wurden in The Forbidden Corner in diesem Jahr Dracheneier gesucht und Groß und Klein traf auf Drachen-Zähmer und Zauberer. Vom 27. bis zum 28. Juni findet das Wizards Wochenende statt. Diesmal geht es nicht um Dracheneier, sondern um Gestalten, die gefunden werden müssen. Sie werden ebenso auf einen Ritter wie auf einen Drachen-Zähmer treffen und auch der Hofnarr ist wahrscheinlich nicht weit. Von allen erhalten Sie einen Stempel und werden, wenn alles gut läuft, in den Zauberer-Zirkel aufgenommen. Ein Event für die ganze Familie! Weiter geht es im Oktober, denn natürlich wird an einem solch magischen Ort auch Halloween gefeiert und zwar nicht nur an einem Tag, sondern gleich den ganzen Monat lang. Der Fokus liegt aber nicht so sehr darauf, sich zu gruseln, sondern eher auf der Schönheit der Dekorationen und dem festlichen Glanz. Aber auch für die Hartgesottenen gibt es natürlich ein Event: „Die vergessene Ecke“ – eine Veranstaltung nur für Erwachsene an ausgewählten Tagen im Oktober. Hier wird es in den Abendstunden nach Geschäftsschluss richtig gruselig. Wer auf düsteres Storytelling und Nervenkitzel steht, ist bei diesem Event genau richtig. Und last but not least gibt es natürlich auch festliche Fantasien in der Weihnachtszeit.
Restaurants
Ein gemütliches Café im Eingangsbereich verwöhnt Sie mit kleinen Snacks und Kuchen und hat sogar eine Außenterrasse. Für den größeren Hunger gibt es im Restaurant White Goose PizzaCo authentische neapolitanische Pizza und The Saddle Room wartet mit vorzüglichen saisonalen Gerichten auf und bietet darüber hinaus die Möglichkeit zur Übernachtung.
The Forbidden Corner – zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Und zwar nicht nur für Familien mit Kindern. Planen Sie Ihren Besuch vorab und reservieren Sie sich die begehrten Tickets frühzeitig. Gerade in den Sommermonaten sind sie rasch vergriffen. Wir wünschen Ihnen einen schönen und schaurigen Aufenthalt.


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