Telefon

Unseren Service erreichen Sie
Montag bis Freitag
von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr unter
(0848) 22 82 22

Eine schöne englische Landschaft
BLOG
Die feine englische Art

Vor 100 Jahren entdeckte Howard Carter das Grab Tutanchamuns

Howard Carter arbeitet am inneren Sarkophag des Grabmals von Tutanchamun.

Vor 100 Jahren entdeckte der Brite Howard Carter das Grabmal von Tutanchamun im Tal der Könige (Ägypten).

Ein unglaublicher Schatz

Es muss ein magischer Moment gewesen sein: Der englische Archäologe Howard Carter öffnete die Grabkammer, die er so viele Jahre gesucht hatte. Im Schein einer Kerze fiel sein Blick auf einen unermesslich kostbaren Schatz aus Gold und Edelsteinen, Skulpturen, einem Thron, reich verzierten Bahren und Gefäßen. Das unglaublichste aller Fundstücke aber lag hinter einer weiteren Tür verborgen: der Sarkophag des Tutanchamun. In seinem Inneren verborgen war der reichverzierte goldene Sarg mit der Totenmaske, die wohl zu den berühmtesten antiken Fundstücken aller Zeiten zählt. Sie zeigt das Bildnis des jungen Königs, der mit nur 18 Jahren gestorben und im Tal der Könige bestattet worden war.

Verborgene Stufen

Die Öffnung der Grabkammer war am 26. November 1922, jedoch gilt der 4. November als der entscheidende Tag. Denn an diesem Datum – morgen vor genau 100 Jahren – fand Carter die ersten Stufen einer Treppe, die zur Grabkammer führte. Er hatte viele Jahre danach gesucht, obwohl viele seiner Kollegen der Ansicht waren, es sei verschwendete Zeit. Im Tal der Könige waren schon viele Grabkammern entdeckt worden, leider auch von Grabräubern, die sich an den Kostbarkeiten bereichert hatten. Das Grab des Kindkönigs jedoch hatten sie entweder nicht gefunden oder es war ihnen etwas dazwischengekommen, denn die größten Schätze waren unberührt.

Kooperation mit Lord Carnarvon

Carter, 1874 in London geboren, war eigentlich Zeichner wie sein Vater, bildete sich aber zum Archäologen weiter. Seine Ambitionen, das legendäre Grab zu finden, teilte er mit dem 5. Earl of Carnarvon, der die Arbeiten finanzierte. Carter und Lord Carnarvon hatten sich 1907 kennengelernt und arbeiteten zusammen, weil der Lord zwar brennendes Interesse an den Ausgrabungen hatte, aber gesundheitlich nicht in der Lage war, sich aktiv zu beteiligen. Da Highclere Castle – besser bekannt als „Downton Abbey“ – der Stammsitz des Lords war, ist dort heute eine Ägyptenausstellung zu sehen. www.highclerecastle.co.uk/egyptian-exhibition

Neues Museum

Die Sichtung und Sicherung der Schätze nahm noch viel Zeit in Anspruch. Tutanchamuns Mumie wurde anschließend am ursprünglichen Ort wieder bestattet. Die weitaus meisten der Funde verblieben in Ägypten, wo sie im Ägyptischen Museum in Kairo gezeigt und aufbewahrt werden. Derzeit wird ein neues großes Museum unweit der Pyramiden von Gizeh gebaut, in das sie nach Fertigstellung umziehen. Carter hatte einige Objekte mit nach England genommen, die nach seinem Tod wieder ins Ursprungsland zurückgegeben wurden.

Der „Fluch des Pharao“

Der Fluch des Pharao ist eine kuriose Nebenerscheinung der Geschichte um das Königsgrab. Lord Carnarvon starb nur wenige Wochen nach der Entdeckung der Grabkammer an einer Lungeninfektion. Dies und andere Vorfälle nährten den Aberglauben, die Öffnung des Grabes sei mit einem Fluch belegt. Es gibt aber keinerlei Beweise, und der Hype passte gut in die Zeit, als Übersinnliches sehr in Mode war.

Schreiben Sie uns einen Leserbrief

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Redaktion sich die Entscheidung vorbehält, ob und wann Ihr Leserbrief an dieser Stelle veröffentlicht wird.

Ihre E-Mail Adresse, den Vornamen und Ihren Namen benötigen wir zur Direktkommunikation zu Ihrer Veröffentlichung, etwa um Missbrauch und Fälle von Rechtsverletzungen unterbinden zu können. Ihre Daten werden ausschließlich in Zusammenhang mit dieser Kommentarfunktion genutzt und zu diesem Zweck in elektronischer Form gespeichert. Eine Weitergabe Ihrer Daten oder Teile davon erfolgt ausdrücklich nicht. Die entsprechende Datennutzung akzeptieren Sie mit dem Ausfüllen und Absenden dieses Formulars. Weitere Informationen zum Schutz Ihrer persönlichen Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Bitte füllen Sie das Formular aus (alle Felder müssen ausgefüllt sein).

Leserbriefe (0)

Keine Leserbriefe gefunden!

Neuen Leserbrief schreiben

Mehr aus der Rubrik "Kultur-Kompass"

London Craft Week – Handwerk wird wieder sexy

Kultur-Kompass | von Judith Heede

Vom 11. bis 17. Mai 2026 bringt die London Craft Week wieder Hunderte von Ausstellungen, Workshops, Studiobesuchen und Sonderformaten in der ganzen…

Weiterlesen
David Attenborough feiert seinen 100. Geburtstag!

Kultur-Kompass | von Julia Stüber

Am 8. Mai 2026 wird David Attenborough stolze 100 Jahre alt. Die BBC begleitet dieses Jubiläum mit einer ganzen Geburtstagswoche, einer…

Weiterlesen
Die St Paul’s Cathedral und ihr akustisches Wunder

Kultur-Kompass | von Stephan Mark Stirnimann

Die St Paul’s Cathedral ist eines der bekanntesten Gebäude der Welt, ein Ort des Glaubens, der Zuflucht und der gemeinsamen Geschichte. Und vor allem…

Weiterlesen
The Mousetrap – Seit 1952 schnappt die Mausefalle zu

Kultur-Kompass | von Susanne Arnold

Begonnen hat alles am 25. November 1952 im Londoner Ambassador Theatre. Seit 1974 wird The Mousetrap (Die Mausefalle) von Agatha Christie jeden Abend…

Weiterlesen