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Sherlock Holmes von A-Z

Sherlock Holmes von A-Z

Er ist eine der bekanntesten Kunstfiguren, die je erschaffen wurden und obwohl Arthur Conan Doyle sie bereits Ende des 19. Jahrhunderts zum Leben erweckte, wirkt sie noch heute überaus real. Sherlock Holmes hat ein Leben, eine Vita und eine Adresse, die man besuchen kann. Dabei fällt es uns schwer, uns mit dieser exzentrischen Figur, mit all ihrer Finesse und ihren Abgründen, zu identifizieren. Sherlock Holmes ist Detektiv, ein Genie mit besonderem Augenmerk auf forensische Methoden. Er zeigt wenig bis keine Emotionen, ist ein rationaler Typ, rein auf Fakten konzentriert, die es zu analysieren gilt. Insgesamt sechzig Werke umfasst die Sammlung der Geschichten um den klugen Kopf, darunter vier Romane und sechsundfünfzig Kurzgeschichten. Die Thematik ist breit gefächert, allen jedoch ist ein besonders anspruchsvolles Rätsel gemein, das nur von einem gelöst werden kann. Lassen Sie uns gemeinsam das Phänomen Sherlock Holmes etwas genauer unter die Lupe nehmen. 

A – Arthur Conan Doyle

Als der bekannte Schriftsteller (1859 – 1930) in Edinburgh während des Medizinstudiums auf den Chirurgen Dr. Bell stieß und 1878 zu dessen Assistenten wurde, dürfte der Grundstein für seine späteren Werke gelegt worden sein, denn es heißt, er habe Sherlock Holmes mit Dr. Bells Eigenschaften ausgestattet. Im Jahr 1887 wurde die erste Geschichte um Sherlock Holmes und seinen Freund Dr. Watson mit dem Titel A Study in Scarlet (Eine Studie in Scharlachrot) veröffentlicht. 

B – Baker Street

Es gibt vermutlich kaum eine bekanntere Adresse als die von Sherlock Holmes in der Baker Street 221B in London. Dort ist heute ein Museum eingerichtet. Ein Besuch lohnt sich, aber die Warteschlange ist oft lang. Interessanterweise gab es diese Hausnummer Ende des 19. Jahrhunderts noch gar nicht und war ebenso fiktiv wie ihr Bewohner. Erst später wurde die Baker Street verlängert, sodass wir dort nun eine reale, typisch eingerichtete Wohnung vorfinden. 

C – Chemieexperimente

Sherlock Holmes liebt chemische Experimente und hat sich kleines Labor in der Baker Street eingerichtet. So gelingt es ihm beispielsweise, Gifte in Substanzen nachzuweisen.

D – Deduktion

Vom Allgemeinen zum Besonderen – so lässt sich dieser Begriff am besten beschreiben. Sherlock Holmes beobachtet zunächst sehr genau und zieht dann daraus seine Schlussfolgerungen. In „Der blaue Karfunkel“ sieht Dr. Watson lediglich einen alten Hut mit einem schäbigen Filz. Aber Sherlock Holmes erkennt darin eine komplette Lebensgeschichte. Der Hut ist groß, daraus leitet er die Intelligenz des Trägers ab. Aufgrund der Qualität weiß Holmes, dass der Besitzer zum Zeitpunkt des Kaufs gut betucht war, dass er es jetzt allerdings nicht mehr ist, weil er sich sonst längst einen neuen Hut gekauft hätte. Er sieht graue Härchen, die kürzlich geschnitten wurden, eine dünne Staubschicht, Schweißspuren und vieles mehr und erkennt anhand dessen Charakterzüge und Lebensumstände. 

E – Eine Studie in Scharlachrot 

Es ist der erste Fall für Sherlock Holmes, in dem wir auch die Kennenlerngeschichte zwischen ihm und Dr. Watson miterleben dürfen.

F – Familie

Über die Familie von Sherlock Holmes gibt es nur wenig Informationen. In den Originalgeschichten werden die Eltern kaum erwähnt. Es gibt jedoch einen Bruder: Mycroft Holmes, sieben Jahre älter als Sherlock und ein hoher Regierungsbeamter. Er wird als überaus intelligent beschrieben und ist mit großem Wissen und einem deduktiven Denkvermögen ausgestattet. Allerdings hapert es bei ihm, was die Anwendung angeht. In „Das Abenteuer des griechischen Dolmetschers“ sowie in „Das Abenteuer der Bruce-Partington-Pläne“ hat er seine Auftritte, wird aber auch in anderen Fällen erwähnt. Weitere Geschwister von Sherlock Holmes tauchen lediglich in neueren Verfilmungen oder Adaptionen auf. 

G – Geige

Wenn Sherlock Holmes auf seiner Stradivari spielt, hilft ihm das, seine Gedanken zu sortieren und sich zu entspannen.

H – Mrs Hudson

Sie ist Vermieterin und Haushälterin und gleichzeitig eine mütterliche Figur, die sich um alle Belange des alltäglichen Lebens kümmert und dem Detektiv so den Rücken für die Klärung seiner Fälle freihält. 

I – IQ

Da es sich bei Sherlock Holmes um eine fiktive Figur handelt, ist sein IQ natürlich nicht belegt, allerdings werden immer wieder Vermutungen angestellt und Schätzungen abgegeben, die zwischen 180 und 190 liegen. Zum Vergleich: Die meisten Menschen haben einen IQ von etwa 100. 

J – Jahreszahlen

Die Geburt von Sherlock Holmes wird in vielen Quellen auf das Jahr 1854 datiert. 1881 lernt er im Alter von etwa 27 Jahren seinen zukünftigen Freund und Mitbewohner Dr. Watson kennen. Zum Zeitpunkt seines Karriereendes ist er ungefähr sechzig Jahre alt.

K – Kokain

Wenn Sherlock Holmes gerade keinen Fall zu lösen hat und sich langweilt, greift er zu Drogen. Meist konsumiert er Kokain, hin und wieder aber auch Morphium, um sein Gehirn zu stimulieren. Dafür wird er von seinem Freund Dr. Watson stark kritisiert.

L – London

Großbritanniens Hauptstadt und der große Detektiv sind untrennbar miteinander verbunden. Sherlock Holmes wohnt nicht nur in London, sondern es gibt auch eine ganze Reihe weitere Schauplätze, die in den Büchern und Verfilmungen eine Rolle spielen. Tipp: Auf einer eigens auf Sherlock Holmes zugeschnittenen Wanderung kann man zwei Stunden lang auf den Spuren des Detektivs wandeln und fotografieren, was das Zeug hält – passende Outfits mit Umhang, Hut und Pfeife sind übrigens willkommen. 

M – Moriarty

Professor Moriarty ist der fiktive Gegenspieler und Erzfeind von Sherlock Holmes. Arthur Conan Doyle erschuf mit dieser Figur einen ebenbürtigen Gegner, an dem sich Holmes intellektuell messen kann.

N – Norwood

Schauplatz für den Fall Der Baumeister aus Norwood. Während es im 19. Jahrhundert noch außerhalb von London lag, handelt es sich heute um einen Stadtteil im Borough of Croydon. 

O – Orangenkerne

Im Fall Die fünf Orangenkerne (auch unter dem Namen Die fünf Apfelsinenkerne erschienen) werden fünf Orangenkerne kommentarlos in Briefumschlägen verschickt. Die jeweiligen Empfänger segnen kurz darauf das Zeitliche. 

P – Pfeife

Die Pfeife ist das Utensil, das neben dem typischen Hut wohl am meisten mit Holmes in Verbindung gebracht wird. Er besitzt im Laufe der Jahre und Geschichten drei Stück, die er je nach Laune verwendet. Zur schwarzen Tonpfeife greift er, wenn er streitlustig ist, daneben gibt es eine Bruyèrepfeife und eine Pfeife aus Kirschholz. Interessant: Meistens wird die Kalebassenpfeife mit ihrer tiefen Biegung mit Holmes in Verbindung gebracht, allerdings findet diese Pfeife in keiner einzigen Geschichte Erwähnung. 

Q – Queen

Die Holmes-Geschichten spielen im viktorianischen Zeitalter, da Königin Victoria während der meisten Fälle regierte. 

R – Raubvogel

Wir wissen, dass Sherlock Holmes ein großer, schlanker Mann ist. Seine Gesichtszüge werden häufig als raubvogelhaft beschrieben. 

S – Scotland Yard

In vielen Geschichten bekommt Sherlock Holmes es mit Inspector Lestrade von Scotland Yard zu tun, so auch gleich im ersten Roman Eine Studie in Scharlachrot, wobei Lestrade offen zugibt, dass Holmes der bessere Ermittler ist. 

T – Themse

Die Themse ist aus den Geschichten um Sherlock Holmes nicht wegzudenken. Sie ist ein Symbol für das Düstere, für Schmuggel und unerklärliche Todesfälle. Leichen werden im Nebel gefunden, es gibt Verfolgungsjagden und Holmes stößt in den Elendsvierteln immer wieder auf entscheidende Hinweise.

U – Universität

Sherlock Holmes entwickelt während seines Studiums seine detektivischen Fähigkeiten. 

V – Vier

Das Zeichen der Vier ist der zweite Fall für Sherlock Holmes. Mary Morstan wendet sich in der Geschichte mit der Bitte an den Detektiv, etwas über ihren verschwundenen Vater herauszufinden.

W – Watson

Dr. Watson kehrt verwundet aus dem Krieg zurück und sucht in London nach einer Wohnung, um zu genesen. Er zieht bei Sherlock Holmes ein und wird zu einem Prototyp der Kriminalliteratur, nämlich zum ständigen Begleiter des Detektivs und zum Vermittler zwischen Holmes und den Leserinnen und Lesern. Heute nutzen viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller eine „Watson-Figur“.

X – X-mas

Sherlock Holmes ist nicht gerade der Typ für Familienfeste, weshalb diese auch kaum Erwähnung finden. Weihnachten spielt aber dennoch eine Rolle. Denn in Der blaue Karfunkel wird ein berühmter Diamant, der zuvor einer Gräfin gestohlen wurde, in einer Weihnachtsgans versteckt. 

Y – Yell

Schreie werden von Arthur Conan Doyle häufig als Alarmzeichen verwendet. 

Z – Zeitung

Sherlock Holmes nutzt Zeitungsannoncen und Artikel als wichtigstes Informations-Tool. 

Vielleicht haben Sie ja jetzt Lust bekommen, es sich mit einer Sherlock-Holmes-Geschichte gemütlich zu machen – sei es als Buch, als Film oder als Serie. Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall kriminell gute Unterhaltung. 

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