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Simnel Cake: Früchtekuchen mit Geschichte

Er ist fast zu schön zum Aufessen (aber glücklicherweise nur fast…): Der Simnel Cake, von einer Marzipandecke und elf Marzipankugeln gekrönt, gehört zu den klassischen Kuchen der britischen und auch irischen Küche. Er kommt in der Osterzeit auf den Tisch, aber ursprünglich war er für den Muttertag gedacht.

„Mothering Sunday“ ist auf den Britischen Inseln nicht im Mai, sondern drei Wochen vor Ostern. Im 18. und 19. Jahrhundert, als viele Menschen noch als Hausangestellte arbeiteten, brachten Dienstmädchen – die am Muttertag einen der seltenen freien Tage hatten – ihrer Mama gern einen selbst gebackenen Simnel Cake mit. Und der durfte trotz Fastenzeit sogar gegessen werden, weil die Kirche für diesen Sonntag – der früher auch „Simnel Sunday“ genannt wurde – die Regeln lockerte. Erst allmählich wandelte sich die Tradition, und heute wird der Kuchen fest mit Frühling und Ostern assoziiert. Die Marzipanbällchen symbolisieren die Apostel, und es sind meist elf statt zwölf, weil Judas nicht dabei sein darf.

Ein Simnel Cake ist ein ganz traditioneller Früchtekuchen, aber leichter als die weihnachtliche Variante. Weil die Briten bei jedem Festtagsgebäck, unabhängig von der Jahreszeit, die Gewürzstreuer herausholen, schmeckt er zart nach Zimt, Nelken, Muskat und Ingwer. Marzipan wird auch in den Teig eingebacken.

Bleibt die Frage, woher der Name kommt. Es kursiert eine Geschichte, nach der ein illegitimer Königssohne, Simnel mit Nachnamen, in der Hofküche arbeiten musste und dann ein Kuchenrezept erdachte. Aber das klingt sehr weit hergeholt. Wahrscheinlicher ist die Ableitung vom lateinischen Wort „simila“ für Weizenmehl. Der Wortstamm findet sich auch in „semolina“, Englisch für Weizengrieß.

Eine kleine Kuchenauswahl finden Sie in unserem Online-Shop.

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