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Skomer Island: Papageitaucher, Sturmtaucher und ein Hauch Bronzezeit

Skomer Island: Papageitaucher, Sturmtaucher und ein Hauch Bronzezeit

Wer Pembrokeshire im äußersten Westen von Wales besucht und bei guter Witterung den Blick aufs Meer richtet, entdeckt knapp zwei Kilometer vor der Küste eine ganz besondere Insel. Skomer Island ist zwar äußerst beliebt bei Touristen, aber ganz ohne die typischen Attraktionen. Statt Souvenirshops, Cafés und Restaurants findet man hier Hunderttausende Seevögel, Robben in den Felsbuchten und dazu eine Vergangenheit, die bis in die Bronzezeit zurückreicht.

Eine Insel voller Vögel

Es sind die Papageitaucher, die die meisten Besucherinnen und Besucher anziehen, und das zu Recht. Mehr als 40.000 der „Puffins“ brüten auf Skomer, graben ihre Nester in die weiche Erde und watscheln in erstaunlicher Nähe an vorbeigehenden Menschen entlang. Während die meisten Besucher für die niedlichen Papageitaucher mit dem charakteristischen rot-orangefarbenen Schnabel auf die Insel kommen, interessieren sich Ökologen und Vogelkundler noch ein wenig mehr für die Manx-Sturmtaucher: Über 165.000 Brutpaare leben hier, und zusammen mit der Nachbarinsel Skokholm beherbergt Skomer den weltweit wichtigsten Brutplatz dieser Art. Tagsüber sind die Sturmtaucher kaum zu sehen, denn sie kehren erst bei Einbruch der Dunkelheit in ihre Baue zurück. Wer das erleben möchte, sollte über Nacht bleiben, dafür gibt es mit dem „Skomer Island Hostel“ eine einfache, aber nette Unterkunft.

Auf den Klippen tummeln sich außerdem Trottellummen und Tordalke, Mäusebussarde kreisen über dem Inselinneren, und wer aufmerksam schaut, entdeckt vielleicht auch Wanderfalken oder Sumpfohreulen. Papageitaucher kann man von Mitte April bis Ende Juli beobachten. Wer stattdessen im August oder September kommt, trifft möglicherweise auf Teilnehmer der sogenannten Shearwater Week, in der Freiwillige die Bestandserfassung der Sturmtaucher unterstützen.

Robben und Meeressäuger

Auch abseits der Vogelwelt hat Skomer einiges zu bieten. In den Gewässern rund um die Insel leben Kegelrobben, Schweinswale und Delfine. Die besten Chancen, Robben aus der Nähe zu beobachten, hat man am felsigen Strand von North Haven, besonders im Frühling und Herbst.

Blütenmeer ohne Bäume

Die exponierte Lage der Insel lässt kaum Bäume wachsen, nur in einigen Bereichen finden sich vereinzelte Weiden und Schlehen. Dafür verwandelt sich Skomer im Frühling in ein Farbenmeer: Rote Lichtnelken und blaue Hasenglöckchen („Bluebells") blühen intensiv.

Steine aus der Bronzezeit

Bei all der Tierwelt gerät leicht in Vergessenheit, dass Skomer auch archäologisch interessant ist. Unweit der Anlegestelle steht der Harold Stone, ein bronzezeitlicher Menhir von knapp 1,8 Metern Höhe. Forschungen der Aberystwyth University haben eine mögliche Ausrichtung des Steins zur Sommersonnenwende festgestellt, ein Hinweis darauf, dass der Standort einst für zeremonielle oder astronomische Zwecke gewählt wurde. Auf der Südseite der Insel stehen außerdem zwei weitere, kleinere bronzezeitliche Steine.

Praktisches für die Anreise

Erreichbar ist Skomer mit dem Boot von Martin's Haven aus, die Überfahrt dauert etwa eine Viertelstunde. Fahrten finden von April bis September statt, in der Regel täglich außer montags. Achtung, die Besucherzahl ist begrenzt, und man sollte unbedingt frühzeitig buchen. Verwaltet wird Skomer vom Wildlife Trust of South and West Wales, Bootsfahrten und Inselbesuche kann man hier einsehen und reservieren: https://www.welshwildlife.org/skomer-island-day-trips

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