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300. Geburtstag von Arthur Guinness: Vom Bierbrauer zum Dynastiegründer

300. Geburtstag von Arthur Guinness: Vom Bierbrauer zum Dynastiegründer

Hopfenlager, Arthur Guinness, Son & Co., Ltd., Dublin, Irland. Ca. 1905

Wenn auf den Geburtstag von Arthur Guinness alljährlich Ende September angestoßen wird – über das genaue Datum gehen die Meinungen auseinander – dann nicht mit Champagner, Whisky oder Ale. Wer den irischen Bierbrauer würdig feiern möchte, der greift natürlich zu dem dunklen Stout, das den Namen seines Schöpfers weltweit bekannt gemacht hat – zu einem Guinness. Dieses Jahr feiert Arthur Guinness seinen 300. Geburtstag. 

Der Grundstein zu Arthur Guinness‘ beruflichem Werdegang wurde schon in seinem Elternhaus gelegt, wie es früher häufig der Fall war: Das Bierbrauen gehörte neben anderen Aufgabenbereichen zu den Tätigkeiten seines Vaters als Verwalter des Erzbischofs von Cashel. Als der 1752 starb, vermachte er seinem Patensohn Arthur die Summe von 100 Pfund, der damit zusammen mit seinem Bruder eine kleine Brauerei im benachbarten Leixlip kaufte. Doch 1759 zog es Arthur nach Dublin und er unternahm den Schritt, der sein Leben und das der nachfolgenden Generationen Guinness prägen sollte: Er unterzeichnete einen Pachtvertrag über 9.000 Jahre und übernahm am St. James Gate eine alte Brauerei. 

Von Ale und Porter zur Harfe

Hier wurde traditionell Ale gebraut, ein helles, obergäriges und leichtes Bier. Damit startete auch Arthur Guinness, doch schon bald begann er, mit Porter zu experimentieren. Das dunkle Bier aus stark gemälztem Weizen war in London bei der Arbeiterklasse sehr beliebt. Arthurs Porter gewann schnell viele Freunde und 1799 beendete er die Ale-Produktion ganz und stellte ausschließlich „Guinness“ her. Das berühmte Label mit der Harfe verwendete Guinness das erste Mal 1862, als Markenzeichen wurde es 1876 eingetragen.

Die Harfe ist das irischste aller Symbole und gilt schon seit Jahrhunderten als irisches Nationalzeichen. Es ist auch im irischen Wappen und auf den irischen Euromünzen zu finden. Wer allerdings diese Harfe mit der im Guinness-Label vergleicht, sieht einen wesentlichen Unterschied: Beide Darstellungen sind zwar von der „Brian Boru Harp“ aus dem 14. Jahrhundert inspiriert, aber um die älteren Markenrechte von Guinness nicht zu verletzen, entschied sich die Regierung Irlands 1922 bei der Trennung vom Vereinigten Königreich, die National-Harfe gespiegelt zur anderen Seite auszurichten.

Kinder und Kindeskinder: Das House of Guinness

21 Kinder brachte Arthur Guinness‘ Frau Olivia zur Welt, nur 10 überlebten das Kleinkindalter. Drei der Söhne, Arthur, Benjamin und William, wuchsen ins Brauereigeschäft hinein und übernahmen es nach Arthurs Tod am 23. Januar 1803. Da war Guinness bereits zu einem der erfolgreichsten Biere Irlands geworden und der Export begann. Damit das Bier die langen Seewege nach Asien, Afrika und in die Karibik in guter Qualität überstand, setzte Arthur II auf mehr Hopfen und höheren Alkoholgehalt: Das Guinness Extra Stout wurde geboren.

Das Unternehmen Guinness bleibt über Generationen hinweg in Familienhand. Die in dieser Woche gestartete Netflix-Serie „House of Guinness“ widmet sich der Zeit ab 1868, als Benjamin Guinness, Sohn von Arthur Guinness II, stirbt. Erbstreitigkeiten, politische und religiöse Unruhen prägen die Serie, dessen Produzent Steven Knight bereits mit „Peaky Blinders“ sehr erfolgreich war. Es handelt sich nicht um historisch verbriefte Dokumentationen, aber einen Eindruck jener Zeit mag das „House of Guinness“ sicher zu vermitteln.

Am besten genießt man beim Verfolgen der TV-Serie natürlich das eine oder andere Glas Guinness. In den letzten Jahren war über Marktschwierigkeiten spekuliert worden, doch nun haben auch die jüngeren Generationen Gefallen am dunklen Bier gefunden: Guinness war nach Zahlen des Marktforschungsinstituts Nielsen 2024 das meistverkaufte Bier in UK. Und laut dem Unternehmen Diageo, das Guinness 1997 übernommen hat, sind die weltweiten Verkaufszahlen 2024 um 15% gestiegen. Prost also, alles richtig gemacht, Arthur Guinness!

 

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Leserbriefe (1)

  • Gabriel lauchard
    am 30.09.2025
    Interessanter Artikel zum lesen !

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