Kurze Beine, langer Körper und ein grosses Herz – dies sind die Hauptmerkmale der Corgi-Hunderasse aus Wales. Und weil die freundlichen Hunde spätestens seit Königin Elizabeth II. in ganz Grossbritannien und darüber hinaus bekannt geworden sind, hat sich mittlerweile der Internationale Corgi Day etabliert.
Vor allem in den angelsächsischen Ländern organisieren die Veranstalter Paraden und gemeinsame Spaziergänge – meistens in Verbindung mit einer Spendensammlung für „Corgis in Not“. Ganz gross im Kommen sind die „Zoom-ies“ (virtuelle Treffen der Hundebesitzerinnen und Besitzer). In solchen Live-Videoanrufen über die Plattform Zoom erscheinen Corgis und Corgi-Mixe aus der ganzen Welt gleichzeitig auf dem Bildschirm. Auf anderen Onlineplattformen feiern die Besitzer den Internationalen Corgi Day, indem sie einen „Sloot-off“ veranstalten, also Fotos von ihren Welpen posten, die ihre Hinterbeine flach ausstrecken und dabei keck in die Kamera schauen.
Die Popularität der Corgis ist ungebrochen und gründet unter anderem auch auf ihren Körperbau. Denn wegen der handlichen Grösse kann man sie fast überall hin mitnehmen. Sie sind so richtige Familienhunde und als solche durch und durch treu. Doch Vorsicht! Laut dem deutschen Club für Britische Hütehunde ist diese Hunderasse sehr selbstbewusst und wird die Rangordnung bei inkonsequenter Erziehung in Frage stellen. Ein Corgi sei schliesslich ein „echter Schäferhund auf kurzen Beinen“.
Der Unterschied zwischen Welsh Corgi Cardigan und Pembroke
Obwohl beide walisischen Hütehunde verblüffend ähnlich aussehen, gibt es in der Optik und beim Charakter deutliche Unterschiede: Der kompaktere Pembroke mit den kleinen Ohren zeigt sich meist in den klassischen Rottönen und galt als Liebling der verstorbenen Monarchin. Der kräftigere Cardigan hingegen beeindruckt mit seinen Fledermausohren sowie seiner enormen Farbvielfalt, während er Fremden gegenüber deutlich distanzierter auftritt.
Königin Elizabeth II. bekam bereits als Kind ihren ersten Corgi namens „Dookie“. An ihrem 18. Geburtstag schenkte ihr Vater, König George VI., ihr den Pembroke „Susan“. Susan wurde schnell ihr Lieblingshund – angeblich wurde sie sogar in der Hochzeitskutsche versteckt und begleitete so das Hochzeitspaar „incognito“.
Woher kommen die Corgis
Diese Feengeschichte findet sich in der walisischen Volksüberlieferung: „Die Corgis kamen erstmals zu Menschen, als zwei Kinder sich im Wald verliefen und dort über eine Feenbestattung stolperten. Weil die Kinder offenbar einen guten Draht zu den Fabelwesen hatten, gaben die trauernden Feen den Kindern zwei Corgi-Welpen: Die Linie aus rauem Fell an der Basis der Corgi-Hüften sind die Spuren der Sattel aus einer Zeit, als die Feen sie als Kriegspferde benutzten“.
Manche Hundekenner gehen davon aus, dass der erste Vorfahre ein sogenannter schwedischer Vallhund sei. Diese zähe, skandinavische Rasse weist viele körperliche Ähnlichkeiten mit den heutigen Corgis auf. So sollen die Hunde die Wikinger auf deren Raubzügen nach Wales begleitet haben. Einige Quellen behaupten, dass die Rasse im 12. Jahrhundert von flämischen Webern auf die Insel mitgenommen wurde, andere Quellen sehen die Deutschen Bracke als Urahne dieser Hunde.
Was wir mit Bestimmtheit wissen, ist die Tatsache, dass sich diese Hunde aufgrund ihrer kleinen Grösse, der grossen Beweglichkeit und Intelligenz hervorragend für das Hüten von Rinderherden eignen. Man kennt sie auch als Waden- oder Fersenbeisser, weil sie damit den Tieren leicht in die Hinterbeine zwicken. Durch ihren etwas geduckten Körperbau (max. 30 Zentimeter) und der Schnelligkeit, ist es für die Corgis ein leichtes, sich zwischen den Gruppen grösserer Tiere wie den Rindern zu manövrieren, beziehungsweise ihnen auszuweichen.


Suche







Leserbriefe (0)
Keine Leserbriefe gefunden!