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Matchbox-Spielzeugautos: Kindheitserinnerungen mit Sammlerwert

Matchbox-Spielzeugautos: Kindheitserinnerungen mit Sammlerwert

Für viele Erwachsene wecken Matchbox-Spielzeugautos Kindheitserinnerungen an Nachmittage, die sie mit dem Fahren über Sofas und mit quietschenden Reifen um Tischbeine verbrachten. Für andere, wie Schnäppchenjäger und Flohmarktbesucher, können sie heute fünfstellige Summen bedeuten. Tatsache ist: Mit Motorhauben, Kofferräumen und Fenstern zum Öffnen sowie Baggern und Lastwagen mit separater Ladung sorgte Matchbox durch die Liebe zum Detail dafür, dass seine Spielzeugautos in den 50er- und 60er-Jahren ganz oben auf der Wunschliste der Kinder standen.

Schulregel beflügelte den Erfolg

Das Unternehmen „Lesney Products and Co. Ltd.“ wurde von den beiden nicht blutsverwandten Namensvettern Leslie Smith (1918 bis 2005) und Rodney Smith (1917 bis 2013) im Jahr 1947 gegründet. Sie waren enge Schulfreunde und hatten während des Zweiten Weltkriegs gemeinsam in der Royal Navy gedient. Weil damals nur Spielzeuge, die exakt in eine Streichholzschachtel passten, von den Kindern in die britische Schule mitgebracht werden durften, kam Jack Odell, ein Partner und Mitbegründer der Firma, auf eine ausgefallene (und clevere!) Idee: Für seine Tochter Anne entwarf er eine kleine grüne Dampfwalze, den „Aveling Road Roller genau in der Größe einer Streichholzschachtel, sprich Matchbox. Von nun an setzte die Unternehmung auf den Namen Matchbox und das erste Modellauto verließ 1953 die Fabrik. Der erste Millionen-Erfolg war noch im gleichen Jahr eine Miniatur der Krönungskutsche von Queen Elizabeth II. 1997 wurde das Unternehmen vom US-amerikanischen Spielwarenkonzern Mattel, der auch die Barbie-Puppen produziert, übernommen. 

Guter Lohn und Anreize sorgten für genügend Arbeiterinnen

Mit seiner brandneuen Fabrik und einer Rekordnachfrage fand Lesney die nötigen Arbeitskräfte in den zahlreichen einheimischen Frauen, die in Voll- und Teilzeit an den Fließbändern arbeiteten. Zusätzlich zu einer guten Bezahlung ließen die Direktoren der Fabrik eine Flotte ausrangierter Busse in den typischen Matchbox-Farben Blau und Gelb umlackieren. In diesen bot das Unternehmen den Frauen den kostenlosen Transport von zuhause zur Arbeit an sowie Unterstützung beim Bringen und Abholen ihrer Kinder von der Schule. 1967 wurde Lesney – dank seiner überwiegend weiblichen Belegschaft – ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen, als die Jahresproduktion 100 Millionen Modelle erreichte. 

Alle Modelle gab es auch in Wirklichkeit

Bis 2007 sollen rund drei Milliarden Matchbox-Spielzeugautos produziert worden sein, genauere Zahlen lassen sich nicht mehr eruieren. Schätzungen gehen davon aus, dass jedes zweite Modell in der Vitrine eines Erwachsenen gelandet ist – also nicht in Kinderhänden. In Fachforen diskutiert man auch heute fleißig über den einzigartigen Erfolg dieser Spielzeugautos. Als einen der Gründe nennen viele das Fehlen von Fantasie-Autos, denn sämtliche Modelle sind stark an die Originale angelehnt. Als Nummer eins unter den Sammlern gilt die Nr. 13: ein Dodge-Abschleppwagen mit einer auffallend grünen Kabine. Matchbox-Freunde zahlen dafür bis zu 15.000 Euro. Generell sind bei Auktionen die Modelle aus den 50er- und 60er-Jahren beliebt und erzielen die höchsten Preise.

Matchbox-Modelle im Museum

Das weltweit bekannteste Matchbox-Spielzeugauto-Museum befindet sich in Luxemburg. Es wurde von Jean Birsens gegründet, der seit 1980 ein großer Sammler ist. Seine beeindruckende Kollektion umfasst 23.700 Modelle von 1947 bis 2023. Die Ausstellung im Museum präsentiert verschiedene Aspekte dieser Sammlung, darunter frühe Lesney-Modelle, Regular Wheels, Models of Yesteryear und vieles mehr. Ein Besuch ist nur mit einer Anmeldung möglich, da es sich beim Museum eigentlich um ein Privathaus handelt. 

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