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Zum 80. Geburtstag: Jeffrey Archer – ein Leben wie ein Roman

Zum 80. Geburtstag: Jeffrey Archer – ein Leben wie ein Roman

Jeffrey Archer © Broosk Saib

Sein Leben würde nicht nur für einen Roman reichen, sondern für eine gesamte Buchreihe, oder wie Jeffrey Archer manche seiner mehrbändigen Werke nennt, für eine Saga. Denn der in London am 15. April 1940 geborene, in Weston-super-Mare aufgewachsene Brite, hat so einiges in den vergangenen 80 Jahren erlebt.

Ob das aber alles so wahr ist, wie er selbst oder manche Medien schreiben, können wir nicht abschließend beurteilen. So vermischen sich Fiktion und Realität nicht nur in seinen literarischen Werken, sondern auch in seinem Leben. Wer weiß, ob man einer Autobiografie, die es bislang nicht gibt, Glauben schenken könnte.

Böse Zungen könnten behaupten, es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen, wäre Jeffrey Archer in die Wiege gelegt worden, denn sein Vater William, bei Jeffreys Geburt bereits 64 Jahre alt, war wohl Bigamist, Betrüger und Hochstapler, der die Identität eines gleichnamigen, bereits verstorbenen Soldaten angenommen hatte. Einer Strafverfolgung konnte er durch Flucht in die USA entgehen. Er verstarb bereits 1956.

Seine Mutter hingegen sorgte bereits in seinen Kinder- und Jugendjahren dafür, dass er es zu regionaler Berühmtheit brachte: In ihrer wöchentlichen Kolumne „Over the Teacups: News and Jottings for Women“ in der Lokalzeitung „Weston Mercury“ schrieb sie auch über Jeffrey, in der Zeitung genannt „Tuppence“. Es steigerte zwar seinen Bekanntheitsgrad, brachte ihm aber Spott und Häme seiner Mitschüler ein. Welcher pubertierende Junge würde es schon mögen, wenn sein Leben in der Zeitung stattfände …

Nach Beendigung der Schule in Somerset folgte eine Vielzahl von Tätigkeiten, darunter die Grundausbildung in der Armee, die Mitarbeit bei der Metropolitan Police und verschiedene Jobs als Sportlehrer. 1963 bot man Jeffrey Archer einen Studienplatz in Oxford an, wo er aber vor allem als Leichtathlet auf sich aufmerksam machte und Präsident des Oxford University Athletic Clubs wurde. Zudem begann er dort seine Karriere als Fundraiser, also Spendensammler. So konnte er z. B. die Beatles für eine Spendenaktion der Organisation Oxfam gewinnen.

Ende der 1960er-Jahre begann Jeffrey Archer seine politische Karriere: Zunächst war er Londoner Stadtrat für die Konservativen, Ende 1969 errang er in einer Nachwahl für die konservative Partei den Parlamentssitz von Louth (Lincolnshire). 1974 wurde zu seinem Schicksalsjahr: Bei einer Finanzkrise verlor er nicht nur sein gesamtes Vermögen, sondern hatte zudem immense Schulden. Daher trat er bei der Parlamentswahl nicht wieder an, sondern schrieb sein erstes Buch „Not a Penny More, Not a Penny Less“ (dt. „Es ist nicht alles Gold, was glänzt.“). Es erschien zunächst in den USA, 1976 dann auch in Großbritannien. Es folgten die Titel „Shall We Tell the President?“ (1977, dt. „Attentat“), „Kain und Abel“ (1979) und „The Prodigal Daughter“ (1982, dt. „Abels Tochter“). Diese drei Titel bilden zusammen die Kain-und-Abel-Serie.

Mit Beginn der 1980er-Jahre stieg Jeffrey Archer wieder in die Politik ein. 1985 wurde er von Margaret Thatcher zum stellvertretenden Vorsitzenden der konservativen Partei ernannt. Allerdings sorgte er für einige peinliche Momente, u. a. mit Äußerungen über „unwillige Arbeitslose“ in Interviews. In die Schlagzeilen geriet er auch durch einen verleumderischen Zeitungsbericht in der „Daily Star“, gegen den er gerichtlich vorging und gewann. Trotzdem trat er von seinem Parteiamt zurück.

Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit in den 1980er- und 1990er-Jahren, es entstanden diverse Erzählungen, Kurzgeschichten, Theaterstücke und Kinderbücher, engagierte er sich auch wieder für Spendensammlungen. Als Dank für seine langjährigen Charity-Tätigkeiten wurde er 1992 von Queen Elizabeth II. zum Baron Archer of Weston-super-Mare ernannt.

1999 versuchte sich Jeffrey Archer erneut in der ersten politischen Reihe, da er für das Bürgermeisteramt in London kandidierte. Allerdings konnte er seine Kandidatur nicht aufrecht erhalten und wurde sogar aus der konservativen Partei ausgeschlossen, da die Wochenzeitung „News of the World“ Anschuldigungen eines früheren Archer-Freundes veröffentlichte, der ihn des Meineids im Rahmen seiner Verleumdungsklage gegen die „Daily Star“ bezichtigte. Jeffrey Archer wurde im Herbst 2000 daher wegen Meineid und Rechtsbeugung angeklagt. Zeitgleich spielte er in seinem Theaterstück „The Accused“ im Londoner Theatre Royal Haymarket einen mutmaßlichen Mörder, der am Ende jeder Vorstellung vom Publikum, dem er die Rolle der Geschworenen zugeschrieben hatte, für schuldig befunden wurde. Im Juli 2001 wurde der Brite zu vier Jahren Haft verurteilt.

Während seiner zweijährigen Haftzeit, er wurde im Juli 2003 vorzeitig entlassen, schrieb er ein dreiteiliges, nicht-fiktionales Gefängnis-Tagebuch, benannt nach den verschiedenen Gefängnissen, in denen er einsaß: Hell – Belmarsh (2002), Purgatory – Wayland (2003), Heaven – North Sea Camp (2004). Das Gefängnis Belmarsh war ein Hochsicherheits-Gefängnis, in dem er drei Wochen verbrachte. Zuletzt befand er sich im offenen Vollzug im Gefängnis North Sea Camp.

Zurück in der Freiheit widmete er sich voll und ganz seiner schriftstellerischen Arbeit, es entstanden vor allem Kurzgeschichten und Erzählungen. Mit Anfang 70 stellte er sich seiner wohl größten literarischen Herausforderung: Er schuf die siebenteilige Clifton-Saga, die zwischen 2011 und 2016 publiziert wurde. Darin wird die Lebensgeschichte Harry Cliftons, geboren 1920 in Bristol, erzählt, die eng verwoben ist mit der Geschichte der gut betuchten Familie Barrington, die in Bristol Schiffe baut. Neben der äußerst spannenden Geschichte rund um Liebe, Geheimnisse, Macht und Tod durchlebt die Leserschar zusammen mit den Protagonisten die Geschichte Europas vom Ende des 1. Weltkriegs bis zur Wiedervereinigung Deutschlands.

Derzeit schreibt Jeffrey Archer eine Buchserie rund um den Londoner Detectiv William Warwick. 2019 erschien Band 1 „Nothing Ventured“, in deutscher Sprache beim Heyne Verlag mit dem Titel „Schicksal und Gerechtigkeit“. Auch diese Erzählung hat große Chancen, ein Bestseller zu werden. Nicht von ungefähr wurden Jeffrey Archers Bücher in 97 Ländern und 33 Sprachen veröffentlicht. Insgesamt soll er 275 Mio. Exemplare verkauft haben. Er gilt als der einzige Autor weltweit, der in drei Kategorien Nr.-1-Bestseller geschrieben hat: Fiktion (neunmal), Kurzgeschichten (viermal) und Non-Fiction (Die Gefängnis-Tagebücher). In einem Interview mit der „B.Z.“ sagte er 2018: „Dass ich so schreiben kann, ist ein Geschenk Gottes“.

Eine Konstante in seinem unsteten Leben ist übrigens seine Familie: Mit seiner Frau Mary ist er mehr als 50 Jahre verheiratet. Sie haben zwei Söhne, zwei Schwiegertöchter und vier Enkelkinder.

Wir wünschen Jeffrey Archer „A very happy birthday and many happy returns!“

Quellen:
https://en.wikipedia.org/wiki/Jeffrey_Archer
https://de.wikipedia.org/wiki/Jeffrey_Archer
https://www.jeffreyarcher.co.uk/about/
https://www.randomhouse.de/Autor/Jeffrey-Archer/p563905.rhd
https://www.independent.co.uk/life-style/just-jeffrey-the-child-is-father-to-the-man-todays-lord-archer-is-easily-recognisable-in-the-1416039.html
https://www.telegraph.co.uk/news/uknews/1334660/He-lied-his-way-to-the-top.html
https://www.bz-berlin.de/leute/jeffrey-archer-dass-ich-schreiben-kann-ist-ein-geschenk-gottes

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Leserbriefe (1)

  • L. Prinz
    am 15.04.2020
    Liebe Andrea,
    Danke für diesen wunderbar geschriebenen und ausführlichen Beitrag. Das macht richtig Lust, die Bücher zu lesen, die ich noch nicht kenne.

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