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Unter dem Regenschirm: Geschichten um einen nützlichen Begleiter

Unter dem Regenschirm: Geschichten um einen nützlichen Begleiter

Der Regenschirm, im Vereinigten Königreich „umbrella“ oder liebevoll „brolly“ genannt, ist unbestritten ein nützliches Utensil und ein häufiger Begleiter. Trotzdem hatte er keinen so leichten Start auf den britischen Inseln, und zwar aus zwei Gründen:

  • Erstens galten Männer, die einen Schirm bei sich trugen, bis Ende des 18. Jahrhunderts als verweichlicht – da konnte es regnen, wie es wollte.
  • Zweitens zeigte der Schirmträger angeblich, dass er weder eine Kutsche besaß noch sich einen Mietwagen leisten konnte … da wurde man doch lieber nass, als sich zu outen.

Die Mietkutschenfahrer taten ein Übriges und beschimpften Schirmträger auf den Straßen Londons und in anderen Städten, weil sie fanden, dass sie ihnen das Geschäft vermiesten.

Da er aber einfach praktisch ist und auch Männer nicht gern wie begossene Pudel durch die Straßen laufen, setzte sich der Schirm am Ende doch durch und war dann spätestens im 19. Jahrhundert fest etabliert. Später wurde er zum unverzichtbaren Accessoire des Londoner Geschäftsmanns mit Anzug, Melone und eben (Stock-)Schirm – eine ikonische Figur, die ab den 1970ern aber immer seltener wurde im Stadtbild und uns heute nur noch in Filmen begegnet.

Die Geschichte des Regenschirms beginnt – als Sonnenschirm. Sogar sein englischer Name „umbrella“ deutet darauf hin, denn er leitet sich vom lateinischen Wort „umbra“, Schatten, ab. Darstellungen von Sonnenschirmen gab es in der Antike in nahezu allen hoch entwickelten Kulturen (und die waren überwiegend in heißen Regionen), die ältesten mehr als 6000 Jahre alt. Sogar zusammenklappbare Schirme soll es damals schon gegeben haben, darauf deuten jedenfalls Zeichnungen hin.

Wie so viele andere Errungenschaften geriet nach der Römerzeit und während der sogenannten dunklen Jahrhunderte – dunkel deshalb, weil keiner mehr schreiben und der Nachwelt etwas mitteilen konnte – auch der Schirm in Vergessenheit. Jedenfalls gibt es keine Darstellungen aus dem Mittelalter, und das, obwohl es in dieser Ära – der „kleinen Eiszeit“ – in Europa kalt und regnerisch war. Erst im 17. Jahrhundert hat der Schirm, aus China kommend, ein Comeback. Die Chinesen waren inzwischen auch auf die Idee gekommen, ihn per Wachsüberzug wasserfest zu machen. Die Streben waren aus Holz oder Federkielen.

Übrigens gibt es in London noch heute ein Geschäft, das (fast) ausschließlich Schirme verkauft: James Smith & Sons in der New Oxford Street. Bei der nächstmöglichen Londonreise lohnt ein Blick ins Schaufenster. 

Schirme, die auch bei trübem Novemberwetter gute Laune machen, finden Sie in unserem Sortiment.

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