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Zum 100. Geburtstag von Sir Richard Attenborough

Richard Attenborough vor dem Brighton Dome

Richard Attenborough war auch Ehrendoktor und Kanzler der Universität von Sussex (im Juli 2008 vor dem Brighton Dome)

Richard Attenborough wäre am 29. August 2023 100 Jahre alt geworden. Ein Blick auf das bewegte Leben und Wirken des englischen Schauspielers und Regisseurs.

„I prefer fact to fiction” ist ein berühmtes Zitat von Sir Richard Samuel Attenborough, Baron Attenborough Kt CBE, kurz Richard Attenborough. Das mag auf den ersten Blick kurios erscheinen, denn berühmt geworden ist der Schauspieler und Regisseur nicht etwa für Tatsachenberichte, sondern für seine fiktiven Rollen: zum Beispiel als Weihnachtsmann Kris Kringle in der 1994er-Version von „Das Wunder von Manhattan” oder als Dr. John Parker Hammond, Millionär und Errichter des legendären „Jurassic Park” unter der Regie von Steven Spielberg.

Fakten waren im Leben des mehrfachen Oscar- und Golden-Globe-Preisträgers, der dieses Jahr am 29. August 100 Jahre alt geworden wäre, dennoch von großer Bedeutung. Die Regiearbeit für „Gandhi” brachte ihm nicht nur mehrere Academy Awards ein („bester Regisseur” wie auch „bester Produzent”), er erhielt für seine historisch korrekte Darstellung des Lebens von Gandhi, der indischen Unabhängigkeitsbewegung und der schädlichen Folgen der britischen Kolonialisierung Indiens viel Lob.

Von Kindheit an: ein Sinn für soziale Gerechtigkeit

Der Respekt für Wahrheit und Wissenschaft wurde Richard, der 1923 in Cambridge geboren wurde, bereits in die Wiege gelegt: Sein Vater Frederick Levi avancierte vom Grundschullehrer zum Akademiker und war bis zu seiner Pension Rektor am University College in Leicester. Seine Mutter Mary Clegg stammt ebenfalls aus einer Lehrerfamilie, studierte am University College Nottingham und ist Absolventin der University of London.

In seiner Erziehung – und der seiner jüngeren Brüder John und David – war aber eine andere Tugend von noch höherer Bedeutung: der Sinn für soziale Gerechtigkeit. Dafür sorgte vor allem Mutter Mary, die sich als Aktivistin im spanischen Bürgerkrieg gegen die Bombardierung von Guernica und für evakuierte baskische Kinder einsetzte. Später, während des Zweiten Weltkriegs, waren bei der Familie zwei jüdische Mädchen acht Jahre lang untergebracht.

Der früh gepflanzte Samen für Solidarität und Integrität führte dazu, dass Attenborough zahlreiche Ämter annahm und sich unter anderem für den Kampf gegen die Krankheit Muskeldystrophie sowie für die United World Colleges Bildungsbewegung engagierte.

Die große Tragöde im Leben des Richard Attenborough

Sein Privatleben war von einer großen Tragödie überschattet: Seine älteste Tochter Jane, die er mit seiner Ehefrau Sheila Sim bekommen hatte, starb am Boxing Day 2004 im Alter von 49 Jahren aufgrund des Tsunamis in Thailand – gemeinsam mit ihrer Schwiegermutter sowie Attenboroughs 15 Jahre alter Enkelin Lucy. Von diesem Verlust haben er und seine Frau sich nie erholt, wie er 2008 in einem Interview mit Simon Hattenstone im „The Guardian” erzählte:

„Sie werden wissen, wie erschüttert Poppy [sein Spitzname für seine Frau Sheila] und ich über Jane und Lucy waren ... Wir waren völlig unfähig, das zu überwinden", sagt er. „Ich bedaure, dass mein Engagement für meine Arbeit, für die Wohltätigkeits-Organisationen, für was auch immer, mir erlaubt hat, mehr Zeit ohne die Kinder zu verbringen, als ich mir rückblickend gewünscht hätte. Ich vermisse Jane und Lucy verzweifelt.”

Der Trauer ist es vielleicht auch geschuldet, dass irgendwann sein Herz nicht mehr mitmachte. Am 24. August 2014, fünf Tage vor seinem 91. Geburtstag, starb er an Herzversagen. Kurz nach seinem Tod zeigte sein Bruder, der berühmte Naturforscher und Tierfilmer Sir David Attenborough, eine ganz andere Seite des Schauspielers und Regisseurs auf, der vor allem für seine ernsten Charakter-Darstellungen bekannt war: „Was mir leid tut, ist, dass Dick [sein Spitzname für seinen Bruder Richard] eigentlich ein wunderbarer Komiker war. Er war sehr, sehr witzig und konnte es in häuslichen Situationen sein – und war es auch”, so David im Interview mit Radio Times.

Ehrungen und Auszeichnungen

Es würde einen weitaus längeren Text als diesen benötigen, um alle Auszeichnungen aufzuzählen, die Richard Attenborough Zeit seines Lebens sowie posthum erhielt. Am hervorstechendsten unter den vielen Ehrungen sind sicherlich die Ernennung zum Commander of the Order of the British Empire (CBE) aus dem Jahr 1967, die Ernennung zum Knight Bachelor (1976) sowie die Ernennung zum Life Peer, die ihm den Titel „Baron Attenborough” einbrachte.

„I want to be remembered as a storyteller”, ist ein weiteres berühmtes Zitat von Richard Attenborough. Im Hinblick auf sein Werk und Leben hat sich dieser Wunsch erfüllt – die Geschichten, die uns der Regisseur, Schauspieler und Aktivist im Laufe seiner Karriere geschenkt hat, sind für die Ewigkeit.

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